M-Pulso & Animys: App hilft bei manischer Depression

Tirol (01.10.2018) – Das Innsbrucker Software-Unternehmen M-Pulso hat gemeinsam mit dem Start-up Animys eine App entwickelt, mit der Verhaltensänderungen bei Patienten mit bipolaren Störungen oder Suchterkrankungen frühzeitig erkannt werden können.

Experten schätzen, dass jeder Zehnte von bipolaren Störungen betroffen ist. Die Schwankungen zwischen manischen und depressiven Phasen sind unterschiedlich stark und der Leidensdruck der Patienten ist hoch. „Bei schweren Fällen besteht sogar Suizidgefahr, insofern kann unsere App im Notfall möglicherweise Leben retten. Gespräche mit Patienten haben außerdem ergeben, dass ihnen die Möglichkeit zur Früherkennung von Verhaltensänderungen ein Gefühl der Sicherheit gibt“, erklärt Agnes Grünerbl von Animys.

Die App ermöglicht das Erkennen von grundlegenden Veränderungen des Verhaltens und zeigt frühe Warnzeichen von depressiven oder manischen Phasen. Außerdem ermöglicht Animys einen besseren Einblick in die Krankheit durch Psychoedukation. Dabei kann die App nicht nur bei manisch-depressiven Patienten wertvolle Erkenntnisse liefern, sondern auch bei Menschen, deren Verhaltensveränderungen negative Auswirkungen haben könnten, wie Burnout, Spielsucht oder generell Suchtverhalten.

Die Grundlage der App sind vom Smartphone aufgezeichnete Sensordaten, mit denen Bewegungen des Patienten nachvollzogen werden können. Damit kann etwa eruiert werden, ob der Patient eher dabei ist, sich zurückzuziehen oder hingegen vermehrt den Kontakt mit der Außenwelt sucht. Auch Verbindungsdaten, die Rückschlüsse auf soziale Interaktionen zulassen, fließen in die Datenanalyse mit ein. „Mithilfe dieser Daten bauen wir ein statistisches Modell zum Zustand des Patienten“, erklärt Grünerbl. Gängige Lösungen am Markt basieren im Vergleich dazu nur auf der Selbsteinschätzung des Patienten.

Animys verwendet Daten, die standardmäßig von jedem Smartphone verarbeitet und analysiert werden. Die App und das Web-Interface zeigen die Analyse der Sensordaten auf einfache und verständliche Weise, Zugriff darauf haben nur der Patient und, wenn die Erlaubnis erteilt wird, auch der behandelnde Arzt. Auf Änderungen in den Verlaufskurven kann so rasch reagiert werden. Die Daten werden von Animys pseudonymisiert, Rückschlüsse auf den Patienten sind so im Falle von Datenlecks nicht möglich. „Die Privatsphäre des Patienten ist das Wichtigste. Im System ist nicht ersichtlich, welche Daten zu welchem Patienten gehören“, erklärt Pixner. Am Smartphone werden die Daten nach der Übertragung in das Analyseprogramm des Start-ups gelöscht.

Animys ist aus einem vierjährigen Forschungsprojekt hervorgegangen. Dabei wurde auf Basis klinischer Studien, in Zusammenarbeit mit Patienten und Psychiatern der psychiatrischen Klinik in Hall, Algorithmen zur Auswertung der Daten entwickelt.

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