Duftner: „Pendeln kann bereits als Arbeitszeit gezählt werden“

Tirol (20.09.2018) – Britische Forscher schlagen vor, Pendelzeit als Arbeitszeit zu rechnen. Digitalisierungsexperte Duftner begrüßt den Vorschlag.
Wie eine Studie der Royal Geographical Society anlässlich der Annual International Conference zeigt, nutzen Pendler die Zeit im Zug, in der U-Bahn oder im Bus um erste bzw. letzte Aufgaben des Arbeitstages zu erledigen.

Hier zur Studie: https://bit.ly/2De8aBN

Der Vorschlag der Forscher, die Fahrt zum Büro als Teil des Arbeitstages zu zählen, findet bei Digitalisierungsexperten Dieter Duftner großen Anklang: „Die Digitalisierung macht es möglich: immer mehr Arbeit wird zu Hause oder auf dem Weg in die Arbeit erledigt. Allerdings gibt es keine Regelung dafür, ob das bereits zur Arbeitszeit zählt. Hier braucht es dringend Überlegungen.“
Laut den britischen Forschern könnten die skandinavischen Länder, allen voran Norwegen als Vorbild für Überlegungen gelten. In Norwegen ist es bereits möglich, den Weg in die Arbeit als Arbeitszeit zu rechnen.
„Der Job hört ja nicht auf, wenn wir das Büro verlassen. Vieles ist nicht planbar, zum Beispiel ein dringender Anruf oder das Beantworten eines Mails. Durch das Smartphone können wir unabhängig von Zeit und Ort arbeiten und lernen. Das Arbeitspensum, das wir außerhalb der regulären Dienstzeiten erledigen, wird sicher immer mehr werden“, so Duftner.
Ein Nachweis gegenüber dem Arbeitgeber, dass die Pendelzeit auch wirklich für das Arbeiten genutzt wurde, sei schwierig umzusetzen. „Auch wenn ein Gesetz, das jedes Pendeln gleich zur Arbeitszeit macht, schwierig umzusetzen ist, braucht es Ideen, wie man flexiblen Arbeitnehmern entgegenkommen kann. Eine höhere Flexibilität der Arbeitszeit ist unvermeidbar“, erklärt Duftner.
Die Digitalisierung bedeutet, zumindest theoretisch, eine 24-Stunden-Verfügbarkeit. Der Wert von Arbeit und Freizeit wird dadurch neu austariert, die Grenzen zwischen Beruf und Privat verschwimmen. Das stellt sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer vor Herausforderungen.
„Die Digitalisierung ist keine Naturgewalt, der wir hilflos gegenüberstehen. Sie muss gestaltet werden, unter anderem von der Politik“, so Duftner.

Mag. Dieter Duftner

Dieter Duftner ist Gründer der Dachmarke duftner.digital.

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